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Ratgeber

Schulden bei Strom und Gas: Tipps für Betroffene

von Sophie
24. September 2026 6 Min. Lesezeit

Millionen Deutsche haben Schulden bei Strom und Gas – laut Bundesnetzagentur waren es zuletzt über 6 Millionen Haushalte, die mit Energiezahlungen in Rückstand gerieten, Tendenz steigend. Steigende Energiepreise, Inflation und geringe Haushaltseinkommen machen es vielen Familien schwer, ihre Abschläge pünktlich zu begleichen. Dieser Ratgeber erklärt, wie es dazu kommt, was Schulden bei Strom und Gas konkret kosten und welche Schritte Betroffene unternehmen können.

Warum haben Millionen Deutsche Schulden bei Strom und Gas?

Die Ursachen für Energieschulden sind vielfältig. Der starke Preisanstieg ab 2022 hat viele Haushalte kalt erwischt: Wer seinen Abschlag nicht rechtzeitig anpassen ließ, stand am Jahresende mit einer hohen Nachzahlung da. Besonders gefährdet sind Haushalte mit niedrigem Einkommen, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen in sozialen Notlagen.

Weitere häufige Ursachen im Überblick:

  • Unerwartet hohe Jahresabrechnungen nach Preiserhöhunge
  • Verlust des Arbeitsplatzes oder Kurzarbeit
  • Unterschätzter Energieverbrauch (z. B. durch alte Geräte)
  • Fehlende Kommunikation mit dem Anbieter bei Zahlungsschwierigkeite
  • Zu niedrig angesetzte monatliche Abschläge

(Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2024)

Millionen Deutsche haben Schulden bei Strom und Gas – was kostet das?

Wer die Frage stellt, was Millionen Deutsche haben Schulden bei Strom und Gas Kosten konkret bedeutet, dem liefern aktuelle Daten klare Antworten. Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt zahlt in Deutschland rund 1.400 bis 1.800 Euro pro Jahr für Strom und Gas zusammen. Schon wenige Monate Zahlungsverzug summieren sich schnell auf mehrere hundert Euro Rückstand.

Hinzu kommen Mahngebühren, Verzugszinsen und im schlimmsten Fall Kosten für eine Stromsperre und deren Aufhebung. Die folgende Tabelle zeigt typische Zusatzkosten bei Energieschulden:

Kostenpositio Durchschnittliche Koste
Mahngebühr (pro Mahnung) 5 – 15 Euro
Verzugszinsen (p. a.) 5 % über Basiszinssatz
Kosten Stromsperre (Einbau) 30 – 100 Euro
Kosten Wiederanschluss 30 – 80 Euro
Inkassogebühren (bei Übergabe) 40 – 250 Euro

(Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband, 2024)

Millionen Deutsche haben Schulden bei Strom und Gas – Tipps zur Schuldenreduzierung

Wer finanzielle Probleme mit seinem Energieversorger hat, sollte nicht abwarten. Es gibt konkrete Maßnahmen, die helfen, Energieschulden zu reduzieren oder zu vermeiden. Die besten Millionen Deutsche haben Schulden bei Strom und Gas Tipps lauten:

  1. Frühzeitig Kontakt zum Anbieter aufnehmen: Viele Versorger bieten Ratenzahlungen oder Stundungen an, wenn Kunden proaktiv auf sie zugehen.
  2. Sozialleistungen prüfen: Wer Bürgergeld, Wohngeld oder andere Transferleistungen bezieht, kann ggf. Energiekostenzuschüsse beantragen.
  3. Energieverbrauch senken: Bereits kleine Maßnahmen wie Standby-Geräte abschalten, sparsamere Beleuchtung und gedrosselte Heiztemperaturen reduzieren den Verbrauch spürbar.
  4. Abschlag anpassen lassen: Wer seinen monatlichen Abschlag an den tatsächlichen Verbrauch anpasst, vermeidet hohe Nachzahlungen.
  5. Schuldnerberatung aufsuchen: Kommunale Schuldnerberatungsstellen helfen kostenlos dabei, einen Schuldenplan zu erstellen.
  6. Tarif und Anbieter prüfen: Ein günstigerer Tarif kann die monatliche Belastung erheblich senken. Wer Stromanbieter vergleiche möchte, findet dort einen transparenten Überblick über aktuelle Tarife.

Wie lässt sich der eigene Energiebedarf berechnen?

Wer wissen möchte, ob seine Abschläge realistisch sind, sollte seinen Verbrauch kennen. Die Frage, wie man Millionen Deutsche haben Schulden bei Strom und Gas berechnen kann, bezieht sich im Kern auf das Verständnis der eigenen Verbrauchswerte. Referenzwerte des Statistischen Bundesamtes helfen dabei einzuschätzen, wo man steht.

Haushaltsgröße Ø Stromverbrauch (kWh/Jahr) Ø Gasverbrauch (kWh/Jahr) Ø Jahreskosten (Strom + Gas)
1 Perso 1.500 – 2.000 5.000 – 8.000 ca. 900 – 1.200 Euro
2 Persone 2.500 – 3.000 10.000 – 13.000 ca. 1.400 – 1.800 Euro
3–4 Persone 3.500 – 4.500 15.000 – 20.000 ca. 2.200 – 3.000 Euro
5+ Persone 5.000 – 6.000 20.000 – 25.000 ca. 3.200 – 4.200 Euro

(Quelle: Statistisches Bundesamt, 2024; Bundesnetzagentur, 2024)

Liegt der eigene Abschlag deutlich unter dem Referenzwert, droht am Jahresende eine hohe Nachzahlung. In diesem Fall empfiehlt es sich, den Abschlag eigenständig oder in Absprache mit dem Anbieter zu erhöhen.

Was passiert bei einer Stromsperre – und wie lässt sie sich verhindern?

Eine Stromsperre ist das letzte Mittel des Versorgers bei anhaltenden Zahlungsrückständen. Laut Bundesnetzagentur wurden im Jahr 2023 rund 156.000 Stromsperren vollzogen – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, aber immer noch eine hohe Zahl. Der Versorger ist verpflichtet, vor einer Sperre mindestens drei Wochen im Voraus schriftlich zu warnen und eine Nachzahlungsfrist zu gewähren.

Wer eine Mahnung oder Sperrandrohung erhält, sollte sofort handeln:

  • Umgehend den Versorger anrufen und Zahlungsbereitschaft signalisiere
  • Ratenzahlungsvereinbarung schriftlich fixieren lasse
  • Jobcenter oder Sozialamt um eine Direktzahlung bitten (möglich bei Bürgergeld-Empfänger)
  • Im Notfall kommunale Fonds oder kirchliche Hilfsangebote in Anspruch nehme

Fazit

Millionen Deutsche haben Schulden bei Strom und Gas – eine Situation, die durch steigende Energiepreise und wirtschaftliche Unsicherheit entstanden ist und viele Haushalte weiterhin belastet. Wer frühzeitig handelt, Hilfsangebote nutzt und seinen Energieverbrauch aktiv kontrolliert, kann die Schuldenspirale durchbrechen. Der beste erste Schritt ist Transparenz: über den eigenen Verbrauch, die tatsächlichen Kosten und die verfügbaren Optionen.

Häufige Fragen

Wie viele Deutsche haben aktuell Schulden bei Strom und Gas?

Laut Bundesnetzagentur gerieten zuletzt über 6 Millionen Haushalte in Deutschland mit Energiezahlungen in Rückstand. Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigem Einkommen, Alleinerziehende und Rentnerinnen und Rentner. Der starke Preisanstieg ab 2022 hat die Situation deutlich verschärft.

Was kostet eine Stromsperre bei Zahlungsrückstand?

Die Kosten für eine Stromsperre liegen typischerweise zwischen 30 und 100 Euro für den Einbau der Sperre sowie weitere 30 bis 80 Euro für den Wiederanschluss. Hinzu kommen Mahngebühren und Verzugszinsen. In der Summe können Energieschulden durch diese Zusatzkosten schnell um mehrere hundert Euro anwachsen.

Kann der Stromanbieter einfach die Stromversorgung sperren?

Nein, eine Stromsperre ist an strenge Voraussetzungen geknüpft. Der Versorger muss den Kunden mindestens drei Wochen vorher schriftlich warnen und eine Nachzahlungsfrist einräumen. Bei besonders schutzbedürftigen Personen – etwa bei medizinischem Bedarf – kann eine Sperre zusätzlich eingeschränkt oder untersagt werden.

Sophie
Sophie Energie-Experte bei Strom-Wechsel.info

Spezialist für Energiemarkt, Stromtarife und Verbraucherthemen mit jahrelanger Erfahrung im Energiesektor.